Die neue „Sammlung digital“ des Linden-Museums Stuttgart bietet ab 1. Dezember einen offenen virtuellen Zugang zu den Museumsbeständen. Sie präsentiert detaillierte Informationen, interessante Geschichten und Hintergründe zu Objekten und Kulturen aus aller Welt und macht Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung sichtbar. Ermöglicht wurde die Realisierung der „Sammlung digital“ durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms „Digitale Wege ins Museum“.

Die Sammlung zugänglich machen
Mit rund 160.000 Alltagsgegenständen, Kunstwerken und sakralen Objekten aus den Sammlungsbereichen Afrika, Islamischer Orient, Nord- und Lateinamerika, Ozeanien sowie Süd-, Südost- und Ostasien beherbergt das Linden-Museum eine der bedeutendsten ethnologischen Sammlungen in Europa. Die „Sammlung digital“ wird als Präsentations- und Kommunikationsplattform ein zentraler virtueller Zugang zu den umfangreichen Beständen des Museums. Als notwendige Basis für partizipativ angelegte digitale Projekte spricht die Plattform – zunächst zweisprachig auf Deutsch und Englisch – vielfältige Nutzergruppen an. Sie fördert den Austausch mit Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der verschiedenen „Herkunftsgesellschaften“ der Ausstellungsstücke ebenso wie den Dialog mit der lokalen Stadtgesellschaft und einem internationalen Publikum.

Ziel ist es, Transparenz über die Objekte in der Sammlung des Linden-Museums zu schaffen. Künftig wird es somit auch für Vertreter*innen der „Herkunftsgesellschaften“ wesentlich einfacher, über ihr kulturelles Erbe zu recherchieren und mit Mitarbeiter*innen des Linden-Museums in Kontakt zu treten.

Die „Sammlung digital“ ist essentieller Teil der aktiven Aufarbeitung der (post-)kolonialen Vergangenheit des Museums. Im transparenten, verantwortungsvollen Umgang mit dem kolonialen Erbe werden die Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung sichtbar gemacht. Die „Sammlung digital“ flankiert und vertieft auf diese Weise das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt „LindenLAB: Provenienz, Partizipation, Präsentation“, das sich mit Wegen in die Zukunft des Linden-Museums befasst.

Perspektive der „Sammlung digital“
Die „Sammlung digital“ wird beständig wachsen. Zum Start werden rund 2.000 Objekte präsentiert. Ziel ist, perspektivisch den gesamten Sammlungsbestand zu digitalisieren und ihn ohne Einschränkungen online verfügbar zu machen. Die „Sammlung digital“ bildet zudem die zentrale Basis für weitere digitale Anwendungen. Sie ermöglicht neue Formen der Kommunikation und Vermittlung, zum Beispiel in Form von Digitorials, Blogs oder Multimediaguides. In den nächsten Jahren sollen deshalb verschiedene kuratierte digitale Angebote erprobt, umgesetzt und verstetigt werden. Die Einbeziehung der lokalen Nutzer*innen aus der Stuttgarter Stadtgesellschaft und die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen liegt dem Linden-Museum dabei genauso am Herzen wie der ständige Dialog und Austausch mit Vertreter*innen der „Herkunftsgesellschaften“ auf Augenhöhe.

Link zur Sammlung digital: https://sammlung-digital.lindenmuseum.de/